Sa

21

Mai

2011

Mit Projektmanagement zu persönlicher Entwicklung und Lebensqualität

Zeit für sich, die Familie, Freunde und Hobbys haben. Die schönen Seiten des Lebens wieder zu genießen. Energie gewinnen statt zu verlieren. Das gute Gefühl spüren, berufliche und private Erfolge zu erzielen. Mehr Entscheidungssicherheit haben, weil man klare Ziele sieht und auch den Weg dahin kennt. Mehr Ordnung und Struktur erleben – und alles ohne Hektik. Selbstbestimmt – statt Fremdbestimmt zu handeln. Das ist möglich – und gerade auch für Projektmanager.

 

Haben Sie schon einmal daran gedacht, Projektmanagement-Techniken für ihr Leben anzuwenden? Ihr Leben hat alle Charakteristiken eines Projektes: ein Beginn, ein Ende und ein einmaliges Vorhaben – sollte es jedenfalls sein ;-). Sicher passt nicht alles zu 100%, aber ich bin davon überzeugt, dass Sie mit dieser Übung „Sie sind der Projektleiter ihres Lebens“ gute Gedankenimpulse erhalten werden.

 

Zentrales Element für ein Projekt ist der Projektauftrag. Was sollte in Ihrem Projektauftrag stehen? Wieso bin ich hier, worin sehe ich den Sinn meines Lebens, was möchte ich bewirken und hinterlassen, was möchte ich sein und haben? Eigentlich legt der Projektsponsor den Auftrag fest, der Projektleiter setzt ihn um. Sind sie auch ihr eigener Sponsor? Wer hat den Auftrag für ihr Leben festgelegt – Ihre Eltern, Ihr Chef, Ihre Frau/Ihr Mann oder Sie selber? Sind sie da sicher? Denken Sie darüber nach, was ihr Auftrag ist und wie dieser zustande gekommen ist.

 

Ich empfehle als Basis für ihren Projektauftrag ihre Lebensvision – siehe Abbildung. Meine Lebensvision basiert auf vier Säulen: Sinn, Körper, Beziehungen, Leistung. Was möchten Sie bei Projektende sein und haben? Die Welt erkundet, viele Kinder, ein Firmenimperium, künstlerische Werke, Berühmtheit erlangt, Erkenntnisse/Erleuchtung,....

Wenn Sie Ihre Lebensvision niederschreiben, sollten Sie folgendes beachten:

 

  • Sie sollten sich genau vorstellen können, wie es aussieht, sich anhört und fühlt, ggf. wie es schmeckt und riecht, wenn Sie das jeweilige Ziel erreicht haben – erzeugt diese Vorstellung ein Glücksgefühl? Wenn nicht, überdenken sie es noch einmal.
  • sie sollte in der Gegenwart geschrieben sein, als ob Sie diese Ziele bereits erreicht hätten.
  • Sie sollte positiv beschrieben sein, d.h. nicht was Sie nicht erreichen möchte.
  • Es sollte sich lohnen, die Ziele zu erreichen. D.h. der Preis sollte angemessen sein – bitte auch die Folgen für Ihr soziales Umfeld beachten.
  • Sie sollten davon überzeugt sein, dass Sie es wert sind, das jeweilige Ziel zu erreichen und dass Sie über die entsprechenden Fähigkeiten verfügen. Falls das nicht der Fall ist, suchen Sie sich Unterstützung.
  • Think Big – sehen Sie das große Ganze und trauen Sie sich.

 

Kurz gesagt, die Ziele sollten SMART und POSITIV sein. SMART = spezifisch, messbar, aktionsorientiert, realistisch, terminierbar. POSITIV = positiv, ökologisch (Kosten/Nutzen), sensitiv, individuell erreichbar, terminierbar, interessant, visionär.

 

Haben Sie auch einen Businessplan gemacht, ob sich der Einsatz all dieser Ressourcen für jedes Projektziel wirklich lohnt? Haben Sie ein ungefähres Gefühl, wie viel sie von Ihrer Lebenszeit und Energie für die Erreichung des Ziels einsetzen müssen? Ist der Einsatz es wirklich wert?

 

Basierend auf ihrem Projektauftrag können Sie eine Stakeholder Analyse machen. Eine Stakeholder-Analyse hilft ihnen, zu bestimmen, wer positiv bzw. negativ ihr Leben beeinflussen kann. Managen sie aktiv die Erwartungen der Stakeholder? Wie stehen die Stakeholder (Lebenspartner, Familie, Chef, Kollegen,…) zu dem Auftrag? Wer wird ihn unterstützen, wer nicht? Wo wären ggf. Änderungen notwendig? Leiten Sie Maßnahmen ein, um Einfluss auf Stakeholder zu nehmen, die eine Umsetzung erschweren oder verhindern könnten. Oder überdenken Sie noch einmal gewisse Vorhaben.

 

Die Lebensvision können Sie in Form einer Work-Breakdown-Structure detaillieren und z.B. nach Lebensphasen unterteilen. Mir scheint innerhalb der Lebensphasen eine weitere Unterteilung nach den vier oben beschriebenen Säulen sinnvoll. Beachten Sie bitte, dass sie in den beruflichen Lebensphasen noch Zeit für das Leben einplanen. Ich habe leider im Kollegenkreis miterleben müssen, dass einige davon das Rentenalter nicht erreicht haben. Ich hatte Glück, mein Körper hatte mir ein Warnsignal gesendet, das ich klar verstand und ich daraufhin mein Leben geändert habe. Seitdem habe ich mehr Energie und Lebensfreude. Ausserdem haben diese Maßnahmen auch einen sehr positiven Einfluss auf meine Karriere gehabt.

 

Wie alt sind Sie und wie viel Zeit schätzen Sie bleibt ihnen noch, dass Projekt erfolgreich abzuschließen? Haben Sie einen Plan, der ihnen aufzeigt, wie sie das erreichen können und welche Ressourcen, sie dafür benötigen? Apropos Ressourcen, was sind das für Ressourcen, die zum Einsatz kommen? Ihr Körper, Ihr Geist, Ihre Gefühle, ihre Beziehungen, ihr Vermögen?

 

Auch eine Risiko-Analyse kann sehr wertvoll. Es ermöglicht ihnen diese aktiv zu managen. Typische Risiken ihres Lebens sind: Krankheit, Unfall, Arbeitslosigkeit, Umstrukturierungen, ... Wie gehen sie mit den Projektressourcen um? Fahren sie immer im obersten Drehzahlbereich und gibt es keine Zeit für Erholung?

 

Meine Erfahrung ist, dass auch eine aktive Kommunikation sehr hilfreich ist, seine Ziele zu erreichen. Als ich mein Unternehmen Innovationscoach gegründet hatte und das Freunden und Bekannten mitteilte, bekam ich von vielen Seiten gute Hinweise auf potenzielle Kunden und Mitbewerber sowie interessanten neuen Erkenntnissen im Bereich Innovation und Coaching.

 

Evtl. fallen Ihnen weitere Aspekte aus dem PMBOK ein, die Sie auf ihr Leben anwenden können. Ich würde mich über ihr Feedback freuen.

 

Wie bin ich zu dem Thema gekommen? Ich habe von 1996-1998 ein 50 Mio. Euro Projekt geleitet. Gesundheitlich ging es mir aufgrund der Belastung sehr schlecht. Ebenso litt meine Beziehung und meine Lebensfreude war auf einem Minimum angekommen. Ich habe mich in der Folgezeit intensiv mit mir selber beschäftigt. Mehrere Coaching-Ausbildungen (NLP Trainer, Master of Buiness Coaching) absolviert, die mir geholfen haben, Einstellungen und Verhaltensmuster zu ändern. Im Rahmen meines Cochings habe ich mir überlegt, wie man Menschen bei Veränderungsprozessen optimal unterstützen kann. Meiner Meinung nach, wenn man Beispiele aus dem Umfeld der Coaching-Klienten nutzt. Da ich mich auf Führungskräfte und Projektleiter (speziell IT und Telco) konzentriere und PMP bin, lag es nahe Projektmanagement-Techniken dafür zu nutzen.

 

Falls Sie Kontakt mit mir aufnehmen möchten:

 

Uwe Seeske

uwe@innovationscoach.biz

www.innovationscoach.biz

 

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So

20

Feb

2011

Ziele erreichen

Im letzten Artikel hatte ich von meinen Beobachtungen im Bekanntenkreis geschrieben, dass nur wenige ihre Ziele erreichen. Heute werden übermeine Gedanken berichten, woran das meiner Meinung nach liegt.

 

Ist es wirklich unmöglich mit dem Rauchen aufzuhören, paar Kilos abzunehmen, einen besseren Job zu bekommen,…?

 

Ich bin absolut davon überzeugt, dass die meisten Vorsätze/Ziele auch erreichbar wären.

Nur dafür müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein:

  1. Man muss überzeugt sein, dass es lohnenswert ist, das Ziel zu erreichen. D.h. der Nutzen muss den Aufwand überwiegen.
  2. Man muss überzeugt sein, dass es prinzipiell möglich ist.
  3. Man muss überzeugt sein, dass man es schaffen kann.
  4. Man muss überzeugt sein, dass es verdient, das Ziel zu erreichen.

Nehme dir doch mal ein Ziel, dass du nicht erreicht hast. Nun bewerte auf einer Skala von 1-6 (max.), wie sehr du pro Punkt von 1-4 überzeugt warst. Kann es sein, dass mindestens ein Wert kleiner 5 dabei war? Falls das so ist, sollte man an seinen Überzeugungen arbeiten, um beim nächsten Mal erfolgreich zu sein.

 

Was auch hilft, ist die Ziele positiv zu formulieren und sie interessant zu formulieren. Macht es wirklich Spaß abzunehmen oder mit dem Rauchen aufzuhören? Wieso sollte man damit aufhören, wenn es lange Zeit Freude gemacht hat? Das Ziel ich will gesund und leistungsfähig sein, hört sich da schon wesentlich interessanter an. Und dafür kann man dann schon bereit sein, seine bisherigen Gewohnheiten zu überdenken.

 

Ich freue mich auf euere Kommentare.

 

Besten Gruß

Uwe – euer Innovationscoach

 

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Fr

11

Feb

2011

Verantwortung

Heute geht es darum, dass man seine Lebensqualität und Leistung verbessern kann, wenn man damit beginnt, an der eigenen Einstellung zu arbeiten.

 

Ich kenne Menschen, die Klagen und Jammern über

  • Chefs, weil diese nicht wissen, wie man Mitarbeiter führt,
  • Kunden, die immer wieder Änderungswünsche haben und man schon bei der 5 oder 10 Version eines Angebots oder einer Prozessbeschreibung ist,
  • Kollegen, für die man die ganze Arbeit mitmachen muss,
  • Lieferanten, die nicht rechtzeitig liefern und nicht zeitnah informieren,….

und ich glaube diese Liste ließe sich beliebig ausweiten.

 

Der Wunsch dahinter ist meiner Meinung nach häufig, dass die anderen sich ändern sollen, damit man wieder glücklich und zufrieden ist. NUR – wie wahrscheinlich ist das?

 

Es gibt viele Menschen, die sich Silvester hoch motiviert Ziele für das neue Jahr setzen: Abnehmen, mit dem Rauchen aufhören, endlich mal wieder mehr Sport treiben, einen Kurs besuchen,… Nur wie viele schaffen es, das Ziel zu erreichen? Wenn ich mein Umfeld betrachte eher wenige.

 

Wie ungemein schwieriger muss es sein, dann andere Menschen zu ändern, die das evtl. gar nicht wollen oder deren Motivation deutlich geringer ist. Daher ist mein Schlüssel zur Lebensqualität zuerst danach zu fragen, was man selber ändern kann.

 

Was bedeutet das konkret? Ich hatte eine Klientin, die mit Ihrer Chefin diverse Konflikte hatte und sich gefragt hat, was sie ändern müsste, um eine bessere Beziehung zu erlangen. Sie wollte gern Projekte übernehmen, aber ein aktuelles Angebot ihrer Chefin ausschlagen, weil Sie befürchtete nicht ausreichend Einarbeitungszeit zu bekommen und später die Schuld für das Misslingen zu erhalten. Also stand für sie fest, das Projekt abzulehnen. Ich fragte sie, welchen Einfluss die Ablehnung auf die schon angespannte Beziehung hat? Keine positive – war ihre Antwort. Was kann der Lösungsweg sein? Die Interessenlage auf beiden Seiten zu berücksichtigen! Durch diese veränderte Einstellung kam sie darauf, dass beide Seiten möchten, dass das Projekt erfolgreich ist. Damit ist war dann eine Basis für eine konstruktive Lösung geschaffen. Der nächste Schritt war, gemeinsam herauszufinden, was dafür nötig wäre. Das entsprechend vorbereitete Gespräch verlief positiv.

 

Was sind eure Erfahrungen?

 

Besten Gruß

Uwe – euer Innovationscoach.

 

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Fr

11

Feb

2011

Lebensqualität und Vertrauen

Kennen Sie auch die Situation, dass sie Aufgaben erhalten, die in der vorhandenen Zeit nicht mit den vorhandenen Ressourcen umsetzbar sind? Wie gehen sie damit um? Ich kenne viele Personen, die dann versuchen, irgendein Ergebnis zu liefern, wohlwissend, dass die Qualität unzureichend ist. Sie wissen auch, dass es früher oder später zu massiven Mehraufwendungen und Ärger führt, als wenn man es gleich richtig gemacht hätte. Im Endeffekt kommt es zu Stress, Motivationsblockaden und evtl. sogar zur inneren Kündigung. Die Performance sinkt und ein Teufelskreis beginnt.

Wie kommt es zu solchen „unrealistischen“ Zielen? Hier einige Thesen:

  • Der Führung fehlt das Vertrauen in die Mitarbeiter.
  • Die Führung möchte die Effizienz der Mitarbeiter steigern.
  • Die Führung geht davon aus, dass die Mitarbeiter sich schon sehr deutlich melden, wenn es unrealistisch ist.
  • Die Führung bekommt nur sehr gefilterte Informationen über die aktuelle Situation und weiß selber nicht, was möglich ist.
  • Die Führung möchte beweisen, dass sie das „unmögliche“ schaffen können.
  • Der Markt macht diese Ziele erforderlich.
  • Die Ziele sind gar nicht so unrealistisch, aber es sind neue Wege erforderlich, diese zu erreichen.

Was hier fehlt ist meiner Ansicht Teamarbeit. Ein Team zeichnet sich dadurch aus, dass es zusammenarbeiten will und ein Ziel gemeinsam erreichen möchte. Ein ganz wichtiger Punkt bei der Teamarbeit ist Vertrauen. Hier sind aus meiner Erfahrung und Beobachtung auch Mängel zu erkennen. Es gibt Führungskräfte, die ihren Mitarbeiter wenig zutrauen, sie gar für faul und inkompetent halten und dann selber viele Aufgaben an sich reißen – eine selbsterfüllende Prophezeiung. Vertrauen kann jedoch nur durch Kommunikation und Respekt entstehen. In schwierigen Zeiten dieses Vertrauen aufzubauen ist eigentlich viel zu spät, da es Zeit braucht. Es setzt ein ehrliches Interesse an dem Menschen voraussetzt und ist nicht nur als Mittel zum Zweck zu sehen.

 

Meine Empfehlung ist daher schon frühzeitig und dann immer wieder Zeit und Energie in die Teambildung und –entwicklung zu investieren. Der Gewinn: Lebensqualität und Erfolg für alle Beteiligten.

 

Besten Gruß

Uwe

 

 

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Fr

11

Feb

2011

Was ist Lebensqualität?

Garantiert Essen, Trinken, Sex,… eine hohe Lebensqualität?

 

Jeder der überglücklich ein leckeres 6-Gang Menü verzehrt hat, wird bei dem Gedanken sofort ein weiteres 6-Gang-Menü zu verzehren, sicherlich nein sagen.

 

Aber wenn einmal ein 6-Gang Menü uns mal glücklich macht und dann wieder nicht, dann kann die Ursache für Glück nicht im 6-Gang Menü liegen, sondern in uns.

 

In Gesprächen mit Kollegen höre ich, dass für sie Lebensqualität bedeutet, im Einklang mit den eigenen Werten zu sein und zu handeln. Allerdings haben die wenigsten von Ihnen sich intensiv Gedanken um ihre Werte gemacht. Was sind diese Werte konkret, welche Priorität haben sie und wie stehen sie zueinander und wie gelingt es danach zu handeln? Trifft das auch auf sie zu?

 

Mir hat geholfen meine Rollen, Werte, Fähigkeiten, Verhalten und mein Umfeld auf Moderationskarten zu schreiben und zu einem stimmigen Bild anzuordnen. In diesem Bild wurden Zusammenhänge (z.B. Konflikte zwischen Werten), meine Stärken und Entwicklungspotenzial klar. Ich nutze dieses Bild auch, um meine Entwicklung zu visualisieren. Daneben habe ich diese Methode auch für mein Team genutzt, um für alle Teammitlgieder sichtbar zu machen, wo wir stehen.

 

Meiner Meinung nach sollte man noch einen Schritt weitergehen. Jeder Wert verkommt, wenn nicht auch der Gegenwert angenommen wird. Beispiel: Aus Sparsamkeit wird Geiz, wenn nicht auch der Wert Großzügigkeit geschätzt wird. Ein weiterer Aspekt, der sich daran anknüpft ist die Frage, wieso wir diese Werte haben. Haben wir diese unreflektiert übernommen, kommen sie aus einem Mangel heraus? Wieso ist für manche Menschen Sicherheit so wichtig? Was hat das mit ihrer Kindheit oder ihrem Selbstbewusstsein zu tun?

 

Hier hat mir das Ennegramm weitergeholfen einerseits gewisse Grundmuster zu identifizieren und Anleitungen zur Weiterentwicklung zu geben.

 

Was steigert noch meineLebensqualität? Meine Umwelt bewusst wahrzunehmen und Freude an einem Sonnenaufgang oder an dem Spiel der Wolken zu haben. Los lassen können. Lange konnte ich nicht wirklich etwas mit der Aussage anfangen. Aber ich verstehe es inzwischen so, dasss wer permanent in der Sorge lebt, er könnte seine Besitztümer verlieren, der kann noch so reich sein, aber wird nicht glücklich sein.

 

Ich freue mich auf Kommentare.

 

Besten Gruß

Uwe

 

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Fr

11

Feb

2011

Schließen sich Leistung und Lebensqualität gegenseitig aus?

In meinem beruflichen Umfeld meinen viele meiner Kollegen, dass sie sich zwischen Leistung und Lebensqualität entscheiden müssen. Und in den meisten Fällen entscheiden sie sich, einen großen Teil ihrer Zeit und Energie in den Beruf zu investieren, in der Hoffnung irgendwann einmal die Früchte ihrer Leistung ernten zu können.

 

Im Gespräch stelle ich immer wieder fest, dass sie jedoch mit ihrer Entscheidung nicht glücklich und zufrieden sind. Ihre Frau (soweit sie noch nicht geschieden sind) beklagt sich, dass sie zu wenig daheim oder mit den Gedanken abwesend sind, körperlich geht es ihnen nicht gut und ihre ehemalige Freunde und Bekannten sehen sie auch kaum noch.

 

Wenn ich frage, wieso sie die Situation nicht grundlegend ändern, erhalte ich die Antwort, dass sie ihre Existenz nicht aufs Spiel setzen wollen. Im weiteren Verlauf klärt sich, dass man den Job nicht verlieren möchte. Das Fazit ist meist, niemand hat Angst zu verhungern oder kein Dach mehr über dem Kopf zu haben, sondern dass man das Eigenheim oder den Sportwagen (Zweitwagen) verlieren könnte. Ohne immer das explizit zu erwähnen, kommt die Angst nicht mehr anerkannt zu werden.

 

Diese Menschen opfern ihre Lebensqualität dafür, dass sie sich mit Gegenständen umgeben, die eigentlich ihre Lebensqualität steigern sollten. Manchmal passiert das auch für kurze Zeit, aber die Bilanz stimmt nicht.

 

Woran liegt das? In meinem Umfeld gibt es viele Akademiker im IT bzw. Telekommunikationsumfeld, denen man im Allgemeinen sicher nicht mangelnde Intelligenz oder fehlende Fähigkeiten zur Analyse vorwerfen kann.

 

Manchmal höre ich: „wofür mache ich das alles“ oder gar „lasse ich das mit mir machen“. Aber eigentlich lieben sie ihre Arbeit und haben sich eine Komfortzone erarbeitet, die mit gewissen Annehmlichkeiten verbunden ist und ihnen eine Vertrautheit vermittelt. Ich glaube, dass sie sich die Frage eigentlich nicht wirklich stellen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass mit dieser Frage die Lösung verbunden ist, Leistung und Lebensqualität unter einen Hut zu bekommen und gemeinsam wachsen zu lassen.

 

Vor 15 Jahren war ich in der gleichen Situation wie meine Kollegen bis ich einen Warnschuss erhielt – Stich im Herzen, bekam mehrere Minuten nicht richtig Luft und dachte, dass meine letzte Stunde geschlagen hätte. Da beschloss ich grundsätzlich in meinem Leben etwas zu ändern. Ich habe mich intensiv mit meinen Zielen, Rollen, Werten auseinander gesetzt, eine Lebensvision erarbeitet, um davon wichtige Entscheidungen und meine Jahresziele abzuleiten.

 

Heute habe ich deutlich mehr Zeit für meine Familie und mich, fühle ich mich fitter und habe viel Freude. Natürlich gibt es auch Zeiten, in den nicht alles rund läuft. Ich hatte mich vor einiger Zeit beruflich verändert, um meine Lebensqualität zu steigern, musste aber feststellen, dass das Gegenteil eingetreten war. Es geht nicht darum keine Fehler mehr zu machen, sondern diese frühzeitig zu erkennen und daraus zu lernen und ganz wichtig, dann zu handeln.

 

Besten Gruß

Uwe

 

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Uwe Seeske